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„Kinder brauchen Fehler!“ 5 Dinge, die Detlef Soost sofort an unserem Schulsystem ändern würde

  • Autorenbild: VPH
    VPH
  • 16. Okt. 2023
  • 2 Min. Lesezeit

Detlef Soost, 52, ist Deutschlands bekanntester Tänzer, Choreograph und Mentalcoach. Als Vater von drei Kindern hat er genaue Vorstellungen davon, wie Schule heutzutage sein müsste. Dass seine Kinder immer wieder mit Herausforderungen zu kämpfen haben, lässt ihn im Gespräch mit "Prominente für Bildung" emotional werden.

  1. „Wir müssen das Fehlersystem revolutionieren!“

Wenn seine Tochter sich für die Schulnote 2 entschuldigt, wird Detlef Soost richtig wütend. Denn anstatt auf die wenigen gemachten Fehler zu achten, sollte doch viel eher all das Richtige unserer Schulkinder angestrichen werden. „Ich bete dafür, dass unser falsch ausgeführtes Fehlersystem in der Schule geändert wird!“. Nur so können Schulkinder lernen, was sie alles schon können. Und nicht den Blick darauf richten, was noch nicht perfekt klappt.


2. „Kinder brauchen Fehler!“


Als Tanz-Coach sagt Detlef seinen Teilnehmern immer zuerst: „Hier dürft ihr Fehler machen. Ihr müsst Fehler machen, um euch weiter entwickeln zu können!“ Das tut seinen Tanzschülern gut, denn so fällt ein direkt ein großer Druck von ihnen ab. Laut Detlef muss auch Schule diesen geschützten Raum für Fehler bieten, um somit die Entwicklung unserer Kinder bestmöglich zu fördern. Leider ist das im Alltag noch viel zu selten der Fall.


3. „Mir fehlt die Persönlicheitsentwicklung.“


In Detlefs Familienauto gibt es ein Ritual. Jeden Tag nach der Schule fragt er seine Kinder, was heute gut gelaufen ist in der Schule. Viele Wochen lang haben seine Kinder nur gemeckert und sich beschwert, mittlerweile sehen sie auch die guten Dinge an einem Schultag. Für Detlef ist klar, dass die Schule am Mindset der Kinder arbeiten muss: „Im Unterricht muss auch vermittelt werden, wie ich eine positive Lebenseinstellung entwickeln kann. Kinder müssen lernen, wie sie ihre Ziele erreichen können.“ Nur zu meckern hat nämlich noch niemanden nach vorne gebracht.


4. „Die Politik muss raus aus der Komfortzone!“


Veränderungen sind für Menschen unbequem, das erlebt Detlef Soost in seinen Coachings immer wieder. Bezogen auf unsere Bildungspolitik heißt das für ihn: „Politiker müssen aus ihrer eigenen Komfortzone raus, um neue Impulse umzusetzen. Dafür sind sie oft zu bequem!“ Dabei ist das Problem seiner Meinung nach, dass Politiker selber in veralteten Strukturen aufgewachsen sind und Schule nur von vorgestern kennen. Klar, dass der Druck zur Veränderung für sie dann nicht so groß ist wie für die Schulkinder von heute.


5. „Lehrer brauchen mehr Freiräume“


Als Vater von drei Kindern hat Detlef schon so manchen Lehrer erlebt. Sein Fazit: „Bei manchen Lehrern spüre ich schon Resignation. Verständlich, wenn du jahrelang gegen Wände rennst, weil dir die Tür nicht aufgemacht wird. Lehrer kriegen oft ein Brett vor den Kopf wenn sie versuchen etwas zu verändern. Das darf doch so nicht sein!“ Stattdessen wünscht sich Detlef mehr Freiräume und Eigenverantwortung für Lehrer. So können sie ihren individuellen Weg gehen und die Schüler am besten für neue Unterrichtsinhalte begeistern.


Die komplette Podcast-Folge mit Detlef Soost hört ihr kostenfrei gleich hier auf Spotify!


4 Kommentare


Vuong
Vuong
vor 6 Tagen

Hallo! Zuerst einmal herzlichen Dank für diesen wirklich nachdenklich stimmenden Beitrag. Ich bin wirklich beeindruckt davon, wie du die Notwendigkeit von Fehlern im Lernprozess beleuchtest. Das ist ein Aspekt, der im heutigen Bildungssystem oft zu kurz kommt, finde ich. Wir neigen dazu, Perfektion zu erwarten und Fehler als Versagen abzustempeln, aber genau da liegt der Denkfehler. Ich bin da voll und ganz bei dir, was die grundlegenden Bedürfnisse von Kindern angeht. Sie brauchen Raum, um sich auszuprobieren und ja, auch um Fehler zu machen. Nur so können sie wirklich lernen und wachsen. Deine Überlegungen dazu, wie sich das auf unser Schulsystem auswirken sollte, sind Gold wert. Ich frage mich oft, ob wir den Kindern nicht zu viel Druck machen und…


Vegasino

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Erik Streeter
Erik Streeter
27. Mai

Vielen Dank für diesen wirklich wichtigen Beitrag! Du sprichst mir absolut aus der Seele, wenn es darum geht, wie sehr Kinder Fehler brauchen und wie unser aktuelles Schulsystem damit umgeht. Ich habe deinen Artikel über "Kinder brauchen Fehler" mit großem Interesse gelesen und viel mitgenommen. Besonders die Idee, dass Fehler Lernchancen sind und keine Schwächen, ist so essenziell. Ich frage mich, ob diese Philosophie auch für absolute Anfänger im Lernprozess gut umsetzbar ist, oder ob es da vielleicht doch noch Hürden gibt. Für mich war es auf jeden Fall ein sofortiges Wiedererkennen, da ich ähnliche Gedanken schon lange hege. Ich würde mir tatsächlich einen Folgeartikel wünschen, der tiefer auf die praktische Umsetzung dieser Erkenntnisse im Schulalltag eingeht. Was genau bedeutet…


betlabel

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Grady
Grady
10. Apr.

Hallo Detlef, vielen Dank für diesen wirklich erhellenden Artikel! Deine Gedanken zum Thema Fehlerkultur an Schulen treffen genau ins Schwarze. Ich bin selbst Vater und beobachte oft, wie sehr Kinder unter dem Druck stehen, perfekt sein zu müssen. Da frage ich mich ehrlich gesagt, wie sich diese Entwicklung auf lange Sicht auf unsere Kinder auswirkt. Es ist ja nicht nur die Angst vor schlechten Noten, sondern auch der ständige Vergleich untereinander, der da eine Rolle spielt https://brucebet-de.de/ Deine fünf Punkte sind so logisch und nachvollziehbar. Ich hätte mir gewünscht, diesen Inhalt schon viel früher gelesen zu haben, denn er gibt wirklich Denkanstöße für den eigenen Erziehungsstil. Wenn ich darüber nachdenke, ist das einer der besten und wichtigsten Texte, die ich…

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Alexandra
Alexandra
10. Apr.

Wow, dieser Beitrag hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht! Deine These, dass Kinder Fehler brauchen, ist so auf den Punkt gebracht und doch so oft übersehen. Ich glaube, der größte Fehler, den wir als Erwachsene oft machen, ist, dass wir versuchen, Kinder vor jedem Stolperstein zu bewahren. Dabei lernen sie doch gerade aus diesen Momenten. Ich erinnere mich noch gut, wie mein Sohn stundenlang an einem Lego-Turm gebastelt hat, der dann jedes Mal umgefallen ist. Er war frustriert, ja, aber er hat nicht aufgegeben und am Ende war er unglaublich stolz auf seine Lösung. Das ist doch genau diese Resilienz, die wir ihnen mitgeben wollen. Dein Post hat mir die Augen dafür geöffnet, wie wichtig es ist, ihnen Raum für…


spirit

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